
Friedrich II., der Alte Fritz, Friedrich der Große – unter einer dieser Bezeichnungen hat jeder Potsdamer schon von ihm gehört. Am 24. Januar jährt sich sein Geburtstag zum 300. Mal. Aus diesem Anlass wird die Stadt Potsdam 2012 ganz in seinem Zeichen stehen. EVENTS bietet einen Veranstaltungs-Überblick.
Friedrich der Große war Kurfürst von Brandenburg und König von Preußen. In der Mitte des 18. Jahrhunderts schuf er die wohl wichtigste Touristenattraktion der Stadt Potsdam: das Schloss Sanssouci und die dazugehörige Parkanlange.
Seit 1990 steht beides als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco und lockt jährlich zahlreiche Besucher in die Landeshauptstadt. Darüber hinaus hat der Alte Fritz die ganze Region geprägt, sein Einfluss ist bis heute an vielen Stellen erkennbar. Er gilt als größter Herrscher seiner Zeit, war begabter Musiker und Literat, Feldherr und Monarch – und wurde deswegen nicht nur verehrt, sondern auch verachtet.
Das Jahr 2012 wird nun zahlreiche Gelegenheiten bieten, sich mit Leben und Werk Friedrich des Großen zu beschäftigen. Unter dem Motto „Friedrich300“ werden das ganze Jahr über Ausstellungen zu sehen, Konzerte zu hören und Theaterstücke zu erleben sein, die sich mit dieser historischen Persönlichkeit auseinandersetzen.
Das Themenjahr startet mit dem Fest für Friedrich, das zwischen dem 12. und 24. Januar zahlreiche Veranstaltungen bietet. Die Ausstellung „Alte Köpfe – neue Zöpfe“ im Großen Waisenhaus zeigt Porträts von Friedrich dem Großen und seiner Zeitgenossen sowie der Nachfahren-Politiker aus heutiger Zeit.
Im Kabarett Obelisk wird sich dem Alten Fritz auf humoristische Weise genähert, und zwar mit dem Stück „Friedrich, Freude, Eierschecke“. Im Hans Otto Theater geht es frech und temporeich zu: Der Berliner Autor Uwe Wilhelm hat ein Stück über das Ringen der Nachgeborenen um die politische Auslegung von Leben und Wirken des großen Preußenkönigs geschrieben. „Fritz! Ein Theaterspiel für den König von Preußen“ feiert am 12. Januar Premiere.
Am 13. Januar bietet der Förderverein des Potsdam-Museums einen Vorgeschmack auf die Ausstellung „Friedrich und Potsdam – Die Erfindung (s)einer Stadt“, die ab August zu sehen sein wird. Auf dem Programm stehen eine architekturhistorische Führung durch die Charlottenstraße, historische Fotografien und ein Lesekonzert.
Friedrichs Nachbild im 20. Jahrhundert wurde vor allem vom Kino geprägt. Viele der Aufnahmen wurden an Originalschauplätzen in Potsdam gedreht, auch im Ufa- und Defa-Studio Babelsberg. Seit 1910 hatte der Preußenkönig über 40 Auftritte in Film und Fernsehen, zwischen 1920 und 1941 verkörpert ihn der Schauspieler Otto Gebühr fünfzehn Mal. Am 24. Januar wird die Ausstellung „Der falsche Fritz“ im Filmmuseum Potsdam eröffnet, die das ganze Jahr über zu sehen ist.
Darüber hinaus wird das „Fest für Friedrich“ durch Lesungen, Konzerte und Filmvorführungen bereichert. Am 24. Januar findet dann an verschiedenen Stellen der Innenstadt ein öffentliches Geburtstagsfest statt.
Fest für Friedrich, 12. - 24.01. (Auswahl)
• Ausstellung „Alte Köpfe – neue Zöpfe“, 12.01. - 28.02., Mo - Fr 9 - 17 Uhr, Großes Waisenhaus, Eintritt: frei
•„Friedrich, Freude, Eierschecke“, 12. - 24.01., 19.30 Uhr, Kabarett Obelisk, Eintritt: ab 13 Euro, www.kabarett-potsdam.de
•„Fritz! Ein Theaterspiel für den König von Preußen“, 12./21./24.01., 19.30 Uhr, 22.01., 15 Uhr, Hans Otto Theater, Eintritt: ab 10 Euro, erm. ab 7 Euro, www.hansottotheater.de
•Ausstellung „Der falsche Fritz“, 24.01. - 30.12., Di - So 10 - 18 Uhr, Filmmuseum, Eintritt: 4,50 Euro, erm. 3,50 Euro, www.filmmuseum-potsdam.de
•Architekturhistorische Führung, Fotoausstellung & Lesekonzert, 13.01., ab 16 Uhr, Café 11lein, Eintritt: je 4 Euro, Kombikarte 8 Euro, www.fvpm.de
•Alle Informationen zum „Fest für Friedrich“ sowie zum Themenjahr unter www.kulturland-brandenburg.de
Das Jubiläumsjahr Friedrich300 findet natürlich nicht nur im Januar statt. Auf drei Highlights, die 2012 in Potsdam stattfinden werden, möchte EVENTS jetzt schon hinweisen. Wer in letzter Zeit am Alten Markt vorbeigekommen ist, wird die große Skulptur bemerkt haben, die den Schriftzug „Friederisiko“ zeigt.
Dabei handelt es sich um den Titel der zentralen Jubiläumsschau, die diesen Namen trägt, weil die Lust am Risiko ein prägnanter Charakterzug des Monarchen war. Zu entdecken sind ein Preußenkönig, den man so noch nicht kannte – und unbekannte Räume in dem von ihm selbst bis ins Detail geplanten Schlossbau. Zwölf Themenkomplexe rund um den König und seine Zeit entfalten sich in 70 teilweise erstmals zugänglichen, aufwendig restaurierten Kabinetten und Sälen.
•Friederisiko, 28.04. - 28.10., Mo und Mi - Do 10 - 19 Uhr, Fr - Sa 10 - 20 Uhr, Neues Palais, Eintritt: 14 Euro, erm. 10 Euro, www.friederisiko.de
Der Juni bringt einen weiteren Höhepunkt mit sich. Einen Monat lang wird in der Metropolis Halle das Musical „Friedrich – Mythos und Tragödie“ zu sehen sein, das eigens für das Themenjahr von Spotlight Musical produziert wird. Das Musical widmet sich dem Lebensende des Monarchen, das er als alter, einsamer Mann in seinem Schloss „ohne Sorge“ verbracht hat. Tickets sind schon jetzt zu haben.
•Friedrich – Das Musical, 01. - 30.06., Metropolis Halle, Eintritt: ab 16 Euro, www.spotlight-musical.de
1750 ließ Friedrich der Große das „Carrousel de Berlin“ aufführen, das größte höfische Fest seiner Regentschaft. Nach diesem Vorbild bringen die Höfischen Festspiele Potsdam im Juli „Le carrousel de Sanssouci“ auf die Bühne – oder eher: in die Manege. Bei dem authentischen, barocken Pferdekarussell mit live gespielter Bläser- und Kammermusik, höfischem Tanz, lyrischem Gesang und Artistik, werden neben zahlreichen Artisten in prachtvollen Kostümen auch über 20 edle, klassisch ausgebildete Pferde zu sehen sein. Wer sich seine Karten bis Ende Januar sichert, profitiert vom Frühbucherrabatt.
Mari Berg
•Le Carrousel de Sanssouci, 19. - 22.07., 20 Uhr, vor dem Neuen Palais, Eintritt: ab 54,50 Euro, www.carrousel-de-sanssouci.de