
„Es wurde zwar schon alles gesagt, aber nicht von allen.“ Karl Valentins Zitat könnte als Motto über dem Elternabend der Klasse 4b in der Käthe-Niederkirchner-Grundschule stehen. Fünf empörte Mütter und Väter zweifeln die pädagogischen Fähigkeiten der Klassenlehrerin Frau Müller an.
In drei Monaten gibt es Übergangszeugnisse und die Zulassung zum Gymnasium steht auf dem Spiel. Frau Müller gefährdet durch schlechte Zensurenvergabe die Zukunft der Kinder. Und deshalb haben die Eltern beschlossen: Frau Müller muss die Klasse abgeben. Doch die erfahrene Lehrerin konfrontiert die ahnungslosen Eltern mit den tatsächlichen Verhaltensweisen ihrer Kinder.
Die Eltern geraten aus der Fassung, denn plötzlich stehen ihre eigenen Versäumnisse auf dem Prüfstand. Das Klassenzimmer wird zu einem Schlachtfeld der Wortgefechte.
Autor Lutz Hübner ist einer der meistgespielten Gegenwartsdramatiker. Seine 2010 uraufgeführte Komödie „Frau Müller muss weg“ entwickelt sich gerade zum Renner auf ostdeutschen Bühnen. Er spricht hier Klartext zum Thema Bildungsrepublik.
Der Kampf um das Wohl des eigenen Kindes fördert dabei auch zutage, dass in der Generation der Nachwendezeit die Kluft zwischen Ost und West noch lange nicht überwunden ist. Ein unterhaltsamer Theaterabend – Eltern, Lehrerinnen und Lehrern ausdrücklich empfohlen!
Rainer Holzapfe